Ernst Ploil

Sammeln als Existenzbewältigung und Erkenntnisgewinn

Ernst Ploil besucht schon als 12-Jähriger die Ateliers junger Bildhauer und Keramiker. Mit 18 Jahren kauft er sein erstes Objekt, eine Glasvase aus der Zeit nach 1900. Ab Mitte der 1970er-Jahre erweitert der Wiener Rechtsanwalt, der sich seit Jahrzehnten befreundeter Foto: Lukas Beckqualifizierter Berater bedient, sein Interesse auf alle Spielarten des Kunstgewerbes der Jahrhundertwende, vor allem auf die Entwürfe der Künstler der Wiener Werkstätte sowie der Manufakturen Lötz, Lobmeyr und Hagenauer.

Im Geiste des Gesamtkunstwerks erweitert Ploil seine Sammlung erst um die freien Künste und schließlich um die internationale Kunst nach 1945. Konzept, Kunst und Minimalismus treffen sich im Leben und Sammeln Ploils. Dabei sind Präzision und Analyse kein Widerspruch zum Sammeln als triebhaftem Streben. Der Wille, wichtige Werke und Werkgruppen zu verstehen, ist dabei sein Grundbedürfnis. Lötz-Vasen, Möbel aus dem Klimt-Atelier, der Symbolismus in Schieles Werken oder minimalistische Gemälde Gerhard Richters, Josef Albers' und Ad Reinhardts: Ernst Ploil bemüht sich, den tieferen Sinn seiner Kunstwerke und deren Wirkung auf ihn selbst zu ergründen. 

 

So sieht Selbstbewusstsein aus

Egon Schieles Selbstbildnis mit Pfauenweste

So sieht Selbstbewusstsein aus

So sieht Selbstbewusstsein aus

Selten hat sich ein junger Künstler so selbstbewusst dargestellt. Egon Schiele ist zwanzig Jahre alt und bezieht in Neulengbach ein Haus, um dort für immer zu bleiben. Der Künstler ist erfolgreich, kann seine Werke auf internationalen Ausstellungen zeigen. Doch das ist für Schiele erst der Anfang. Er strebt eine ganz große Karriere an. Bevor Schiele zum Superstar wird, entwirft er ein Selbstbildnis in fast grenzenloser Überhöhung. Schon der Blickwinkel führt hinauf zum Künstler, er selbst posiert in modischer Eleganz mit einer Kopfrahmung, die an Heiligenfiguren erinnert. Die Pfauenweste gibt dem Bild und der Eitelkeit der Pose einen Namen. Diesem großartigen Selbstporträt folgt bald die Ernüchterung der „Affäre Neulengbach“. Nun bildet der Künstler nicht mehr die Spitze der Gesellschaft, sondern ist im Gefängnis an deren Rand gedrängt.

Egon Schiele, Selbstporträt mit Pfauenweste, 1911
©
Ernst Ploil, Wien


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Egon Schieles Selbstbildnis mit Pfauenweste

So sieht Selbstbewusstsein aus

Die „Prozession“ als Bildrätsel und moderne Selbstdarstellung

Egon Schiele

Die „Prozession“ als Bildrätsel und moderne Selbstdarstellung

Die „Prozession“ als Bildrätsel und moderne Selbstdarstellung

Das Bild entsteht zwischen Mai und Oktober 1911 und beschreibt Schieles gleichermaßen turbulente wie zentrale Schaffensphase, während der zwischen Krumau und Neulengbach Hauptwerke geschaffen werden. Aus dieser Zeit datieren zahlreiche Gemälde, deren Symbolismus bis heute nicht restlos entschlüsselt werden konnte. Für Schiele selbst hat die „Prozession“, die als einziges Schiele-Werk vier Signaturen des Künstlers trägt, zentrale Bedeutung. Er sieht das Bild für internationale Ausstellungen (Münchner Sezession, Sonderbundausstellung Köln) vor und weist wiederholt auf seine Bedeutung hin.

Schiele schafft mit dem Gemälde ein Bildrätsel, das Ernst Ploil in einer ausführlichen Abhandlung analysiert. Der Inhalt verbindet Elemente des Esoterischen mit dem Privaten. Es entsteht ein verschlüsseltes Familienbild, das als moderne Selbstdarstellung Schieles gedeutet werden kann. 

Egon Schiele, Die Prozession, 1911
© Ernst Ploil, Wien

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Egon Schiele

Die „Prozession“ als Bildrätsel und moderne Selbstdarstellung

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  • SAMMLERGESPRÄCH: Ernst Ploil

  • SAMMLERGESPRÄCH: „Selbstbildnis mit Pfauenweste”, 1911

  • SAMMLERGESPRÄCH: „Prozession”, Egon Schiele 1911

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Selten hat sich ein junger Künstler so selbstbewusst dargestellt. Egon Schiele ist zwanzig Jahre alt und bezieht in Neulengbach ein Haus, um dort für immer zu bleiben. Der Künstler ist erfolgreich, kann seine Werke auf internationalen Ausstellungen zeigen. Doch das ist für Schiele erst der Anfang. Er strebt eine ganz große Karriere an. Bevor Schiele zum Superstar wird, entwirft er ein Selbstbildnis in fast grenzenloser Überhöhung. Schon der Blickwinkel führt hinauf zum Künstler, er selbst posiert in modischer Eleganz mit einer Kopfrahmung, die an Heiligenfiguren erinnert. Die Pfauenweste gibt dem Bild und der Eitelkeit der Pose einen Namen. Diesem großartigen Selbstporträt folgt bald die Ernüchterung der „Affäre Neulengbach“. Nun bildet der Künstler nicht mehr die Spitze der Gesellschaft, sondern ist im Gefängnis an deren Rand gedrängt.

Egon Schiele, Selbstporträt mit Pfauenweste, 1911
©
Ernst Ploil, Wien


Die „Prozession“ als Bildrätsel und moderne Selbstdarstellung

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Das Bild entsteht zwischen Mai und Oktober 1911 und beschreibt Schieles gleichermaßen turbulente wie zentrale Schaffensphase, während der zwischen Krumau und Neulengbach Hauptwerke geschaffen werden. Aus dieser Zeit datieren zahlreiche Gemälde, deren Symbolismus bis heute nicht restlos entschlüsselt werden konnte. Für Schiele selbst hat die „Prozession“, die als einziges Schiele-Werk vier Signaturen des Künstlers trägt, zentrale Bedeutung. Er sieht das Bild für internationale Ausstellungen (Münchner Sezession, Sonderbundausstellung Köln) vor und weist wiederholt auf seine Bedeutung hin.

Schiele schafft mit dem Gemälde ein Bildrätsel, das Ernst Ploil in einer ausführlichen Abhandlung analysiert. Der Inhalt verbindet Elemente des Esoterischen mit dem Privaten. Es entsteht ein verschlüsseltes Familienbild, das als moderne Selbstdarstellung Schieles gedeutet werden kann. 

Egon Schiele, Die Prozession, 1911
© Ernst Ploil, Wien

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