Helmut Zambo

Sammler aus Leidenschaft

Helmut Zambo hat sich früh festgelegt. Nur wenige Künstler stehen im Zentrum seiner Sammlerleidenschaft, wobei er deren Schaffen (fast) ein Leben lang begleitet. Zambo formuliert darin seine Handschrift als „Tiefensammler“. Nach einem halben Jahrhundert vereint die mehr als 5.000 Werke zählende Kollektion das Schaffen von Arnulf Rainer, Günter Brus oder Johann Hauser so umfassend, dass wohl keine ambitionierte Retrospektive dieser Künstler an diesen Beständen vorbeikommt.

Helmut Zambo, Foto: Lukas BeckNur als Sammler könne Zambo in eine intensive Nähe zu den Werken treten, wie er selbst sagt: „Zwischen Sehen und Besitzen eines Bildes liegen Welten. Stellen Sie sich vor, Sie haben den Partner Ihrer Träume gefunden und können ihn nur aus der Ferne anschauen. Die Nähe des Bildes zu wissen ist eine Wohltat. Selbst wenn aus Platzmangel einmal ein Stück in das Lager wandert.“

Impuls und Korrektur, Verdeckung und Enthüllung

Arnulf Rainer

Impuls und Korrektur, Verdeckung und Enthüllung

Impuls und Korrektur, Verdeckung und Enthüllung

Arnulf Rainer will kein klassisches Passbild von sich machen. Mittels eines Fotoautomaten fertigt er überzeichnete Selbstporträts an und schneidet hässliche Grimassen, um sich gegen die Erstarrung seines Ausdrucks zur Wehr zu setzen. In der Folge greift der Künstler in einem scheinbar zerstörerischen Akt in das Foto ein und übermalt es mit kräftigen Duktus, er kratzt in das Bild, attackiert es mit heftigen Pinselhieben. Gleichzeitig verstärkt er dadurch aber auch den Ausdruck des Gesichtes. „Ich sehe bei einem Bild sofort immer nur die schlechten Stellen“, betont Rainer. „Diese, die schwachen Stellen, zu vertuschen, eine nach der anderen so lange zu verdecken, bis ich nichts mehr sehe, hat mich zu den Übermalungen geführt. Also Liebe und Vervollkommnungsdrang.“ Der Künstler setzt sich dabei immer wieder mit den eigenen Ängsten, mit Auslöschung und Tod auseinander, er arbeitet bis zur völligen Erschöpfung und interessiert sich für die Geisteszustände psychiatrischer Patienten.

Im Arnulf Rainer Museum in Baden bei Wien ist bis zum 30. Oktober 2016 die Ausstellung „Arnulf Rainer. Pinselrausch“ zu sehen. www.arnulf-rainer-museum.at

Arnulf Rainer, Tannhäuser, 1972/1973
Sammlung Helmut Zambo, Badenweiler-WIen

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Arnulf Rainer

Impuls und Korrektur, Verdeckung und Enthüllung

Zeichnungen von unmittelbarer Intensität

Johann Hauser

Zeichnungen von unmittelbarer Intensität

Zeichnungen von unmittelbarer Intensität 

Die Werke von Johann Hauser, gezeichnet mit einfachen Blei- und Farbstiften, sind von außergewöhnlicher Farbwirkung und Ausdruckskraft. Mit unverwechselbarem Stich erschafft er auf meist weiß gehaltenem Papiergrund einen bunten, eigentümlichen Bilderkosmos. So entstehen surreal anmutende Fluggeräte und Autos, angsteinflößende Raketen und Panzer, es tummeln sich liebliche Elefanten und zähnefletschende Fische, es leuchten die Sonne, der Mond und blaue Sterne. Besonders aber sind es Frauen, die Hauser mit obsessiver Vehemenz immer wieder als Motiv auserkoren hat. Sie stehen uns frontal gegenüber, mit markanter Körperform und üppiger Haarpracht, in farbenfrohen, ausladenden Gewändern oder auch nackt. Die Brüste und Genitalien sind übermäßig betont, oft auch durch die Signalfarbe Rot hervorgehoben.

Ende der 1940er-Jahre kommt Hauser in die Heil- und Pflegeanstalt Gugging. Seine künstlerischen Fähigkeiten werden von dem Psychiater Leo Navratil schon früh entdeckt und intensiv gefördert. Von 1981 bis zu seinem Tod lebt und arbeitet Hauser im „Haus der Künstler“, eine Wohn- und Arbeitsstätte, in der Patienten die Möglichkeit haben, eigenständig ihrer künstlerischen Arbeit nachzugehen. Heute sind Hausers Werke im Museum Gugging zu sehen.

Johann Hauser, Frau, 1.8.1985
©
Privatstiftung Künstler aus Gugging
 

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Arnulf Rainer will kein klassisches Passbild von sich machen. Mittels eines Fotoautomaten fertigt er überzeichnete Selbstporträts an und schneidet hässliche Grimassen, um sich gegen die Erstarrung seines Ausdrucks zur Wehr zu setzen. In der Folge greift der Künstler in einem scheinbar zerstörerischen Akt in das Foto ein und übermalt es mit kräftigen Duktus, er kratzt in das Bild, attackiert es mit heftigen Pinselhieben. Gleichzeitig verstärkt er dadurch aber auch den Ausdruck des Gesichtes. „Ich sehe bei einem Bild sofort immer nur die schlechten Stellen“, betont Rainer. „Diese, die schwachen Stellen, zu vertuschen, eine nach der anderen so lange zu verdecken, bis ich nichts mehr sehe, hat mich zu den Übermalungen geführt. Also Liebe und Vervollkommnungsdrang.“ Der Künstler setzt sich dabei immer wieder mit den eigenen Ängsten, mit Auslöschung und Tod auseinander, er arbeitet bis zur völligen Erschöpfung und interessiert sich für die Geisteszustände psychiatrischer Patienten.

Im Arnulf Rainer Museum in Baden bei Wien ist bis zum 30. Oktober 2016 die Ausstellung „Arnulf Rainer. Pinselrausch“ zu sehen. www.arnulf-rainer-museum.at

Arnulf Rainer, Tannhäuser, 1972/1973
Sammlung Helmut Zambo, Badenweiler-WIen

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Johann Hauser

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Zeichnungen von unmittelbarer Intensität 

Die Werke von Johann Hauser, gezeichnet mit einfachen Blei- und Farbstiften, sind von außergewöhnlicher Farbwirkung und Ausdruckskraft. Mit unverwechselbarem Stich erschafft er auf meist weiß gehaltenem Papiergrund einen bunten, eigentümlichen Bilderkosmos. So entstehen surreal anmutende Fluggeräte und Autos, angsteinflößende Raketen und Panzer, es tummeln sich liebliche Elefanten und zähnefletschende Fische, es leuchten die Sonne, der Mond und blaue Sterne. Besonders aber sind es Frauen, die Hauser mit obsessiver Vehemenz immer wieder als Motiv auserkoren hat. Sie stehen uns frontal gegenüber, mit markanter Körperform und üppiger Haarpracht, in farbenfrohen, ausladenden Gewändern oder auch nackt. Die Brüste und Genitalien sind übermäßig betont, oft auch durch die Signalfarbe Rot hervorgehoben.

Ende der 1940er-Jahre kommt Hauser in die Heil- und Pflegeanstalt Gugging. Seine künstlerischen Fähigkeiten werden von dem Psychiater Leo Navratil schon früh entdeckt und intensiv gefördert. Von 1981 bis zu seinem Tod lebt und arbeitet Hauser im „Haus der Künstler“, eine Wohn- und Arbeitsstätte, in der Patienten die Möglichkeit haben, eigenständig ihrer künstlerischen Arbeit nachzugehen. Heute sind Hausers Werke im Museum Gugging zu sehen.

Johann Hauser, Frau, 1.8.1985
©
Privatstiftung Künstler aus Gugging