Ein Viertelfestival Niederösterreich-Projekt mit Schülerinnen und Schülern des BG Kremszeile.

Hafen der Kunst: Archäologie der Zukunft und was von uns bleibt

Ein Viertelfestival Niederösterreich-Projekt mit Schülerinnen und Schülern des BG Kremszeile.

„Was müssen wir tun, wenn wir etwas finden?“ Wie mit Funden in der freien Natur umgegangen wird, ist eines der brisanten Themen beim Besuch des Landesarchäologen Franz Pieler im Atelier der Kunstmeile Krems. Die Schülerinnen und Schüler des BG Kremszeile erhalten neben Einblicken in die archäologische Feldforschung auch Informationen zu den Grabungen direkt unter der Landesgalerie Niederösterreich. Franz Pieler, der in Schloss Asparn seine Funktion als Landesarchäologe ausübt, ist spezialisiert auf ur- und frühgeschichtliche Funde. 

 

„Am besten du meldest einen Fund direkt am Bundesdenkmalamt oder bei uns und wir entscheiden dann, wie wir reagieren. Entweder wird sofort jemand geschickt und prüft die Lage oder wir bitten dich den Fund zu uns zu bringen“,  Franz Pieler klärt den Sachverhalt, kümmert sich um die Eigentumsfragen und erzählt von Feldforschungsprojekten im Horner Becken bei Wintereinbruch in Schneewehen und bei Regenfall. Auch abgefrorene Zehen sind Thema. „Was auch immer gefunden wird, es handelt sich meist um Müll. Etwas, das in der Vergangenheit weggeschmissen wurde oder kaputt gegangen ist. Scherben zum Beispiel…“, so Franz Pieler.

 

Die Klasse wird daraufhin auf die Baustelle eingeladen. Dort, wo gerade gelötet und Beton verarbeitet wird, ist Zutritt natürlich streng verboten. Aber die Containerburg mit Holzterrasse bietet genügend Platz um die ehemalige Ausgrabungsstätte zu besichtigen. Franz Pieler zeigt den Verlauf der Funde am Boden der Landesgalerie Niederösterreich - neben Holzpfählen, die auf eine Hafenbefestigung deuten, Tonkrüge und ein Paddel. Gespannt folgen die Schüler/innen den Ausführungen des Archäologen. Die Bauarbeiten sind aber genauso interessant. Denn Architektur wird im nächsten Schritt des Viertelfestival-Projekts zum Thema werden. 

 

Davor werden die Schüler/innen aber noch mit einem anderen Arbeitsauftrag vertraut gemacht. Die Frage „Was bleibt von uns?“ gilt es zu beantworten. Mittels Bodenprofil, das mit herkömmlichen Materialien wie Metall, Plastik, Naturmaterialien, und vielem mehr erstellt wird, überlegen die Schülerinnen und Schüler in zweier Gruppen, was in einigen Jahrhunderten von unserer Gesellschaft gefunden wird und worauf die Forscher/innen der Zukunft schließen können. „Hier wurde unter einer Süßigkeitenfabrik ausgegraben… und Zuckerlpapiere in verschiedenen Farben gefunden“, erklärt Emma ihren Zugang zum Bodenprofil der Zukunft. Eine andere Gruppe greift das Müll-Thema auf: „Wir möchten das Profil wie einen großen Mülleimer aufbauen… alle möglichen Abfallmaterialien kommen zusammen und ist ganz bunt…“ 

 

Was tatsächlich von uns übrig bleibt ist wohl der Archäologie der Zukunft überlassen. Die Schülerinnen und Schüler werden ihre visionären Bodenprofile am Eröffnungstag des Viertelfestival Niederösterreich vorstellen. 

Lucia Täubler

 

Mehr zum Projekt: 

http://www.landesgalerie-noe.at/de/news/was-bleibt-von-uns-und-warum-wir-heute-noch-museen-brauchen

https://2018.viertelfestival-noe.at/de/waldviertel-2018/

 

Foto: Stephanie Sentall

 

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